Nach El-Paso-Schießerei: NRA fordert Ende des restriktiven Waffenerwerbs

Waffen im Obst- und Gemüseregal
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Seit langem warnt die National Rifle Association (NRA) vor den gravierenden Auswirkungen des über die letzen Jahre hinweg stark eingeschränkten Waffenzugangs in den USA: Psychologische Gutachten, Altersgrenzen, Mindest-IQ und diverser anderer Schnickschnack hätten den Erwerb von Colt, Uzi & Co. derart erschwert, dass im Land der sonst unbegrenzten Möglichkeiten kaum noch Privatpersonen im Besitz von Schusswaffen wären.


Mit verheerenden Folgen, wie die Schießerei in einem Walmart in El Paso oder das Massaker in Dayton mit insgesamt rund 30 Toten leidvoll gezeigt habe, so die NRA. Nun fordert die NGO ein radikales Umdenken: Der Kauf von Waffen müsse so einfach und unbürokratisch werden wie der Erwerb von Obst und Gemüse.

Carolyn D. Meadows, erst vor kurzem zur Präsidentin der NRA gewählt, zeigt sich schockiert über die tragischen Ereignisse in Texas und Ohio: „Der Tod von so vielen Menschen und das damit verbundene unendliche Leid sind inakzeptabel. Diese Tragödien müssen unsere Nation endlich wachrütteln. Es kann doch nicht sein, dass jemand in einem Walmart einfach seine Waffe zückt und drauflos ballert – und niemand hat die Möglichkeit, zurückzuschießen!“

Man habe leider vergeblich vor den verheerenden Einschränkungen beim Tragen und insbesondere beim Erwerb von Feuerwaffen gewarnt, so Meadows: „Das Recht auf eine Waffe besteht hierzlande in Wirklichkeit nur noch auf dem Papier: All die bürokratischen Hürden wie psychologisches Gutachten, Identitätsnachweis oder Alterslimit haben dazu geführt, dass kaum noch Schusswaffen im Umlauf sind. Die Nation und seine Bürger sind de facto wehrlos!“

Wäre der Kauf von Waffen und Munition so einfach, wie sich die NRA das wünscht – am besten direkt im Supermarkt in der Obst- und Gemüseabteilung – hätten sich tausende Schussopfer und jede Menge unnötiges Leid der vergangenen Jahre vermeiden lassen, so Meadows. Außerdem müssten die Preise für Waffen deutlich gesenkt werden, so dass auch in einkommensschwachen Schichten jede Familie zumindest in den Besitz eines Revolvers kommen könne.

Dass der Wunsch der NRA in Erfüllung geht, ist allerdings zu bezweifeln: Der Einfluss diverser Anti-Waffen-Lobbys und der Druck der mehrheitlich pazifistisch veranlagten Republikaner auf Präsident Donald Trump dürfte zu groß sein. Im Gegenteil, es ist sogar zu befürchten, dass die Waffengesetze auf Grund der Präsidentschaftswahlen 2020 noch weiter eingeschränkt werden oder gar ein Waffenverbot kommen könnten. Unter diesen Voraussetzungen dürfte das nächste Massaker in den USA wohl nur noch eine Frage der Zeit sein!