Statt Erhöhung des Pensions­antritts­alters: Runter mit Arbeits­antrittsalter

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Seit Jahren hören wir von sogenannten Pensionsexperten wie dem Deutschen Bert Rürup oder dem Österreicher Bernd Marin das ewig gleiche Lied: Um die Pensionen künftiger Generationen zu sichern, müsse das Pensionsantrittsalter angehoben werden. Für namhafte Jugendexperten ist dieser Ansatz jedoch überholt: Anstatt den Blick immer nur auf jene zu werfen, die ohnehin schon mehr als die Hälfte ihres Lebens geschuftet haben, wäre es höchst an der Zeit, einmal an der unteren Schraube zu drehen und für die Absicherung der Pensionen jene ins Spiel zu bringen, deren Bandscheiben noch intakt sind und die das Wort Arbeit eher nur vom Hörensagen kennen: Die Jugendlichen!


Der renomierte Jugendforscher Karl Blecha kann diesem neuen Ansatz durchaus etwas abgewinnen: „Das Hauptproblem für unser Pensionssystem ist mit Sicherheit nicht das zu niedrige Pensionsantrittsalter. Vielmehr orte ich seine Schwachstelle in diesem unsäglichen Ruf nach einer ständigen Steigerung der Akademikerquote! Ist es verwunderlich, dass das Pensionssystem an allen Ecken und Enden brennt, wenn immer mehr immer später ins Berufsleben einsteigen? Wählen schon mit 16, aber hackeln erst mit 28 – diese Schieflage gehört schnellstens beseitigt. Wir müssen alles daran setzen, das Arbeitsantrittsalter wieder nach unten zu bringen!“

Die auf Jugendkultur und Freizeitforschung spezialisierte Expertin Ingrid Korosec sieht ebenfalls eher Spielraum bei den Jugendlichen als bei der älteren Generation: „Matura mit 18 entspricht schon längst nicht mehr den heutigen Gegebenheiten: Die Kinder und Jugendlichen sind viel früher reif als noch vor 20, 30 Jahren. Da müssen wir runter auf zumindest 16, damit ein Studienabschluss mit 26 realisitisch wird. Und wenn ich mir anschaue, wieviel Zeit die junge Generation heutzutage mit ihrem Handy verplempert, wäre wahrscheinlich die Zentralmatura mit 15 das Gebot der Stunde!“

Auch die Politik dürfte sich mit dieser neuen Stoßrichtung durchaus anfreunden können, ist doch das Wählersegment der Seniorinnen und Senioren ungleich größer und somit wesentlich wichtiger als jenes der Jugendlichen. Doch eigentlich geht es in der Politik ja ohnehin immer nur darum, wie man etwas geschickt formuliert. So gesehen geht vielleicht schon bei der kommenden Nationalratswahl einer der Spitzenkandidaten mit dem Wahlversprechen ‚2 Jahre kürzer Schule!‘ in den Wahlkampf – und holt sich mit diesem Zuckerl nicht nur die Stimmen der Generation 50+!

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