Bio-Kater: Deutliche Vorteile gegenüber herkömmlichem Katzenjammer

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Biologische Lebensmittel: Alles nur Geschäftemacherei bzw. ein Werbe-Schmäh? Bio schmeckt gar nicht besser? Bio-Hühner überhaupt nicht glücklicher? Bio-Zigaretten keinen Deut gesünder als herkömmliche? Wenn es um Bio geht, gehen die Meinungen auseinander. Geschmack ist natürlich subjektiv. Und wenn es um den Geldbeutel geht, dann ist Bio von vornherein nicht jedermanns Sache. Denn für Ja! Natürlich, Natur pur & Co. muss man meist tiefer in die Tasche greifen als bei konventionellen Lebensmitteln. Doch Wissenschafter haben nun nachgewiesen, dass Bio zumindest in einem Punkt so richtig punkten kann: Der Bio-Kater ist für den Körper im Vergleich zum regulären Katzenjammer fast schon ein Kinderspiel!


Dr. Valeri Iliakov, Professor und Biochemiker an der Universität Wien, erklärt im Gespräch mit der Entenpost, wie es zu der Studie gekommen ist: „Mit Prof. Vinzenz Förster, einem Kollegen von mir, habe ich mich einmal die Woche nach der Arbeit zu einem Flascherl Wein – manchmal auch mehr – getroffen, um noch ein wenig fachzusimpeln. Wir haben uns abwechselnd bei mir und bei ihm zu Hause getroffen. Und das Eigenartige dabei war: Nach einem Abend bei mir ging’s uns beiden am nächsten Tag meist so richtig dreckig, während es nach einem Abend bei ihm zwar auch nicht immer rosig war, aber eben um Längen besser. Und Speiben kam praktisch immer nur nach einem Abend bei mir vor!“

Irgendwann war den beiden das wiederkehrende Muster bewusst geworden und sie gingen der Ursache auf den Grund, indem sie die Frequenz der zuvor wöchentlich stattfindenden Treffen erhöhten und ein kleines, privates Forschungsprojekt daraus machten. Prof. Förster: „Um eine wissenschaftlich fundierte Aussage treffen zu können, mussten die Testobjekte vergleichbar gemacht werden: Wir tranken daher irgendwann nur noch eine ganz konkrete Weinsorte eines bestimmten Jahrgangs mit gleichen Volumprozenten. Während ich meinen Wein immer im Bio-Laden ums Eck kaufte, besorgte Kollege Iliakov einen konventionellen aus dem Weinfachhandel. Und so wurde dann relativ rasch klar, dass quasi der Bio-Rausch ganz einfach mit wesentlich geringeren Nachwehen verbunden war als jene, die beim Genuss von herkömmlichen Wein entstanden.“

Um diese These zu bestätigen, musste das Experiment in größerem Rahmen und mit einer statistisch repräsentativen Anzahl an Probanden getestet werden. Da diese erweiterte Untersuchung neben Wein auch Bier und etwas härtere Getränke umfasste und sie außerdem mit Forschungsmitteln der Universität finanziert werden konnte, fanden sich sehr rasch ausreichend Studenten aus der eigenen Fakultät, die freiwillig an dem Experiment teilnahmen. Dr. Iliakov: „Es kommt eher selten vor, dass Studierende einen derartigen Eifer an den Tag legen und sich regelrecht für ein Experiment begeistern. Dank dieses Engagements konnte bereits nach kurzer Zeit die aufgestellte These wissenschaftlich nachvollziehbar bewiesen werden.“

Und die Ergebnisse der Studie sprechen eine deutliche Sprache: Satte 72% weniger Gespiebenes. Eine um bis zu 30% verkürzte Kopfweh-Phase. 17% weniger Gedächtnislücken. Und 65% weniger „Ich werde nie wieder etwas trinken!“-Aussagen. Und noch ein kleiner Pluspunkt: Für den seltenen Fall, dass trotz naturbelassenen Alkohols erbrochen werden musste – der ökologische Fußabdruck war bei Bio-Gespiebenem eindeutig geringer!

Prof. Förster leicht euphorisch: „Die Blutalkoholkonzentration und somit das Rauschempfinden ist sowohl bei biologischen als auch bei nicht-biologischen Alkoholika absolut ident. Lediglich die Symptome am Tag danach, die unterscheiden sich so richtig krass! Und eigentlich ist das nicht weiter verwunderlich: Das lässt sich schlicht und einfach mit den unterschiedlichen biochemischen Reaktionen des Körpers auf die Pestizid-Rückstände in den nicht-biologisch hergestellten Alkoholika erklären.“

Mit großem Interesse wurden die Ergebnisse der Studie übrigens in der Gastronomiebranche verfolgt: Nachdem der Alkoholkonsum bei Jugendlichen leider seit Jahren zurückgeht – die Entenpost berichtete – wittert man mit den neuen Erkenntnissen eine Chance, bereits verloren gegangenes Terrain wieder zurückgewinnen zu können. Immerhin gibt ein Großteil der Teenager den klassischen Kater als Grund für die zunehmende Abstinenz an.

Und der ehemalig Werbespruch in einem TV-Spot von Bio-Pionier Werner Lampert müsste auf Grund dieser Studie wohl folgendermaßen abgewandelt werden: „Bio – das werden zwar nicht alle schmecken. Aber spüren, das können sie es schon!“

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